Schlusspunkt mit einem lachenden und einem weinenden Auge

7. Mai 2019

von Christopher Kranich


MTV 1860 Altlandsberg II – HSC 2000 Frankfurt (Oder) 30:22 (19:10)


Die Handballfrauen des HSC 2000 Frankfurt (Oder) haben am Sonntag im letzten Saisonspiel in der Brandenburgligasaison 2018/2019 nochmal eine Niederlage einstecken müssen. Gegen die 2. Mannschaft des MTV 1860 Altlandsberg verloren die Frankfurterinnen mit 30:22 (19:10) und scheiterten vor allem an der eigenen Chancenverwertung. Trotz der Niederlage war dieses letzte Auswärtsspiel der krönende Abschluss einer starken Saison und wird allen HSC-Beteiligten sicher noch lange in Erinnerung bleiben. 


Über 50 Fans machten sich am Sonntagmittag auf nach Altlandsberg, um die HSC-Frauen bei ihrem letzten Gang zu unterstützen. Bereits auf der Hinfahrt herrschte eine ausgelassene Stimmung im gemeinsamen Mannschafts- und Fanbus und wirklich alle freuten sich auf das letzte Match. Die HSC-Fans sangen und klatschten bereits viele Minuten VOR dem Anpfiff so lautstark, dass die Mannschaft die Rufe und Trommeln durch die dicken Gemäuer der altehrwürdigen Erlengrundhalle bei der Kabinenansprache hörten. Was die Fans dann ab Anpfiff boten, sucht ihresgleichen. Als Kathleen Rußmann sich nach einer Minute nach einem sehenswerten Anspiel von Lisa-Marie Busse energisch am Kreis durchsetzte und das 1:1 erzielte, standen die Fans das erste Mal Kopf. In den ersten 10 Minuten entwickelte sich eine Partie, in der beide Abwehrreihen geschlossen agierten und konsequent verschoben. Erst in der Folgezeit fanden die Mannschaften im Angriff die richtigen Lösungen und es stand nach 15 Minuten 7:6. Ab Mitte der zweiten Halbzeit kamen die Gastgeberinnen dann zu einigen Ballgewinnen und nutzten diese zu schnellen Kontertoren. Mit fünf Treffern in Folge erarbeiteten sie sich einen 12:6 Vorsprung. In dieser Phase ließen die Oderstädterinnen klarste Chancen aus oder scheiterten an der gut aufgelegten Maika Noack im MTV-Tor. Bis zur Pause schraubten die Altlandsbergerinnen das Ergebnis auf 19:10 in die Höhe. 


In der Pause appellierte Trainer Michael Schuster an sein Team mehr Spielfreude zu zeigen und die erste Halbzeit vergessen zu machen. Und genau das taten die HSC-Frauen auch. Unterstützt von ihren unermüdlichen Fans zeigten sie nun, was sie im Stande sind zu leisten. Ab der 40. Spielminute verkürzten die Schusterfrauen innerhalb von 10 Minuten von 22:13 auf 25:20 und der Rückstand betrug nur noch fünf Tore. Zu mehr kam es in dieser Phase leider nicht, denn die Märkisch-Oderländerinnen brachten nochmals frische Kräfte von der Bank und entschieden das Duell fünf Minuten vor dem Ende beim Stand von 29:20. Auf der Anzeigetafel der "Erle" stand nach 60 stimmungsvollen Minuten 30:22 und beide Teams wurden von ihren Fans noch lange nach dem Schlusspfiff frenetisch gefeiert. Zudem konnten sich nochmal alle Feldspielerinnen des HSC 2000 an diesem Tag in die Torschützenliste eintragen, was einmal mehr die gute Teamleistung unterstreicht.
 


Michael Schuster zeigte sich nach dem Spiel mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Wir haben das gesamte Spiel zu viele klare Chancen liegen lassen, was mich schon ärgert. Dennoch mache ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment bei so einem Halbzeitstand, solche zweite 30 Minuten zu spielen. Das spricht einmal mehr für ihren Charakter.“
Im abschließenden Spielerkreis zollte Michael Schuster seiner Mannschaft dann nochmal seinen größten Respekt: „Ich habe den Mädels noch einmal für eine tolle Saison gedankt. Was sie geleistet haben ist wirklich unglaublich. Ich habe noch nie so eine Mannschaft trainiert, die so bereit war sich zu quälen und den Erfolg zu tun. Das macht mich stolz und ist mehr Wert als jeder Titel.“


MTV-Trainer Michél Mölter fand nach dem Spiel einen lustigen Vergleich und lobende Worte an den unterlegenden Gegner: "Wir haben heute aus dem Grund gewonnen, welcher dazu führte warum wir das Hinspiel verloren haben. Frankfurt hatte heute einen dezimierten Kader, welcher natürlich über das extreme Tempospiel von uns irgendwann an seine Grenzen kommt. Wir hatten eine volle Bank und konnten das Tempo lange hochhalten, wodurch wir verdient gewonnen haben. Im Hinspiel war es genau andersherum. Dennoch sehe ich Frankfurt auf dem richtigen Weg und kann durch seine extreme Teamleistung jeden Gegner gefährlich werden." 

 

Damit schließen die Frauen des HSC 2000 Frankfurt (Oder) die Saison auf einem guten 6. Tabellenplatz ab. Nach der tristen Vorsaison mit mickrigen zwei Punkten kann die gesamte Mannschaft stolz auf das Erreichte sein und gehörte sicher zu den positiven Überraschungen in dieser Saison. Vor allem in der heimischen Sabinushalle, wo insgesamt sieben Siege gefeiert werden konnten, wurde so mancher Gegner ohne Punkte nach Hause geschickt.


HSC 2000 Frauen:


Tor: Anita Tumaszyk
Feldspielerinnen: Annekathrin Zacharias (6), Elisa Winkowski (3/2),

Julia Kupper (3), Nicol Leuschner (2/2), Lisa Berger (2),

Lisa-Marie Busse (2), Nadine Wegener (2), Nadine Lauersdorf (1),

Kathleen Rußmann (1)


Trainer: Michael Schuster
Co-Trainer: Christopher Kranich
Betreuerin: Carol-Ann Blankenfeld


Schiedsrichter: Lucas Frommer und Marvin Kusian
 

Siebenmeter: HSC 2000: 7/4 Altlandsberg: 1/1
2 Minuten Zeitstrafen: HSC 2000: 4 Altlandsberg: 2
Zuschauer: 125 (davon 50 aus Frankfurt)