Ein Königreich für Selbstvertrauen und Mut!

11. Novemer 2017

 

Die Frauen des HSC 2000 Frankfurt (Oder) haben am Samstagnachmittag die nächste Niederlage einstecken müssen. Bei der Reserve vom MTV 1860 Altlandsberg unterlagen die HSC-Frauen nach einer schwachen Leistung mit 25:16 (9:8) und warten auch nach sieben Spielen noch auf den ersten Sieg.
Gerne hätten wir heute über den ersten Sieg unserer Frauen in der Brandenburgliga berichtet und euch ein Siegerfoto aus der Kabine gezeigt. Wer nun den üblichen Spielbericht erwartet, den müssen wir enttäuschen und bitten nicht weiter zu lesen, denn zu groß sind Enttäuschung, Frust und Wut auch einen Tag nach dem Spiel über die Niederlage. Natürlich könnten wir wieder über erste schwache 15 Minuten berichten, wo dem Team nur ein Tor gelingt und der tollen anschließenden Aufholjagd bis zur Pause beim 9:8. Auch könnten wir von der wieder einmal verschlafenden zweiten 2. Halbzeit erzählen, wo der Gegner sechs Tore in Folge zum 15:8 erzielt und wir erst in der 40. Minute am Spiel teilnehmen. Wir verzichten an dieser Stelle darauf.
Viel mehr wollen wir selbstkritisch unser eigenes Spiel reflektieren und den Finger in die Wunde legen. Bei allem gebührenden Respekt für die zweite Frauenmannschaft des MTV hatten sie sicher keinen guten Tag erwischt und wären absolut schlagbar gewesen. Umso mehr schmerzt die bisher höchste Niederlage der Saison mit „Minus Neun“ und die eigene schwache Leistung an diesem Tag. Während des gesamten Spiels präsentieren sich die HSC-Frauen im Angriff kraft- und ideenlos. Kaum Tempo, wenig Mut und Vertrauen in die eigenen Stärken kennzeichneten das Spiel der Frankfurterinnen ebenso wie die Angst vor Fehlern. Man konnte die Unsicherheit in jedem Angriff spüren. Bezeichnend dafür eine Aktion von Kapitänin Nicol Leuschner, die einen technischen Fehler begangen haben soll und anschließend ihren ganzen Frust (endlich mal) freien Lauf ließ. Zwar wurde mit Schiedsrichter Argewalt der falsche Empfänger gefunden, doch genau diese Emotionen werden seit Wochen von allen gefordert.
Doch wo sollen die HSC-Frauen nach sieben Niederlagen und einer 40:0 Saison in der Verbandsliga, wo man alles in Grund und Boden gespielt hat, auf einmal das Selbstvertrauen hernehmen? Man ist das Verlieren ja nicht gewohnt! Noch nie waren die Frauen in der jungen HSC-Geschichte solange ohne Sieg.
Die Antwort? Nur sie selbst können sich aus diesem Loch ziehen, über Training, Training und nochmal Training. Doch dafür muss das Team enger zusammenrücken, sich selbstkritisch hinterfragen, ob die Einstellung zum und im Training stimmt und ob jeder 100 Prozent auch im Training gibt.
Natürlich war nicht alles schlecht an diesem Tag, wie z.B. die oben beschriebene Aufholjagd bis zur Pause. Und natürlich haben dem Team neben den sowieso schon verletzten Spielerinnen drei weitere wichtige Spielerinnen gefehlt. Wir sagen es auch nochmal in aller Deutlichkeit und Klarheit. Niemand wirft den Frauen fehlenden Willen und Einsatzbereitschaft im Spiel vor. Jeder im Team und alle Verantwortlichen wollen den ersten Sieg und das der Knoten endlich platzt.
Die Chance dazu bietet sich schon in der kommenden Woche im unbeliebten HVB-Pokal, wo man ohne Druck in Massen gegen die Gastgeberinnen und den Oranienburger HC aufspielen kann. Unter Wettkampfbedingungen können dort neue Sachen ausprobiert werden und Selbstvertrauen getankt werden, für das ganz wichtige Spiel im Dezember beim RSV Teltow/ Ruhlsdorf. Die gesamte Mannschaft muss sich dieser Chance jedoch bewusst werden, denn dann können sie gemeinsam aus diesem Tal gestärkt hervorgehen.

HSC 2000:

 

 

 

Anita Tumaszyk (Tor)
Lisa-Marie Busse (5), Nicol Leuschner (4/2), Lisa Berger (3),

Julia Kupper (2), Sabina Roszak (1), Anne Liebenthal (1),

Kathleen Rußmann, Antonia Wittkopp, Beatrix Teschner

Trainer:

Mirko Hellwig

Betreuerstab: Christopher Kranich und Anne Lubetzki

Schiedsrichter:

Kai Argewalt und Maik Beifuß